Wir über uns
Historisches und Melancholisches
Der Drachenbootsport ist heute eine der am stärksten wachsenden
Sportarten weltweit. Entstanden ist er aus einer Tradition im feudalistischen China, die auf zahlreiche Rituale und spirituelle Glaubensvorstellungen einer über 2000 Jahre alten Geschichte
zurückgeht. Viele Legenden ranken sich seither um den Sport, bis vor ca. 20 Jahren das Drachenbootfahren hier in unserer Region immer mehr Freunde und Nachahmer fand.
Angetrieben wird das lange schmale Boot von 20 Paddlern, einem Trommler und einem Steuermann.
So standen am Anfang der ersten Regatten an den Ufern viele Leute mit Lagerfeuertradition, lauten Gesängen und sogar einem Bier in der Hand. Man kann das ja mal versuchen, das sieht ja so einfach
aus. Es war ganz viel Fun dabei! Von dieser Begeisterungswelle für den Sport wurde dann auch die Oberlohberger Feuerwehr erfasst. Es wurde eine Mannschaft gebildet und einige Jahre an der Regatta auf
der Xantener Nordsee teilgenommen. Sogar Dinslakens Bürgermeisterin Sabine Weiss ist einige Regatten mitgefahren. Ganz viel Fun.
Der Drachenbootsport entwickelte sich weiter. Neben Fun wurde nun auch Fun-Sport gefahren. Die Kanu-Vereine aus unserer Region zeigten immer mehr Interesse für den Sport aus dem fernen China. So auch
eine Gruppe Paddler vom TV Voerde. Vor gut 10 Jahren veranstaltete dann der Kanuclub Friedrichsfeld zu Pfingsten seine erste Drachenbootregatta. Viele Leute kamen, viele Mannschaften mit tollen
Namen, so auch die Paddler vom TV Voerde. Erfahrene Wander-, Wildwasser- und Kanadierfahrer. Doch es waren nicht genug, man brauchte ja mindestens 20 Leute. Es wurde fleißig Werbung gemacht. 20
motivierte Leute kamen zusammen und so entstand das Drachenbootteam Lippeschreck um Teamcaptain Helmut Feldkamp. Die erste Regatta, die ersten Rennen, die ersten Platzierungen – na ja.
Schnell musste man feststellen, dass Drachenbootfahren im Bereich Fun-Sport gar nicht so einfach ist. Es wurde weiter fleißig trainiert und zwar als Gastmannschaft beim Kanuclub Friedrichsfeld; in
deren Boot immer den Kanal rauf und runter. Der Lippeschreck fuhr zu Regatten nach Mülheim und Datteln und gewann die ersten kleineren Pokale. Die Gruppe hatte sich zusammengefunden und hat sich
hierfür die eigentümliche Technik des Drachenbootfahrens mit dem kleinen Stechpaddel antrainiert.
Die Gruppe ist bunt gemischt, sogar Frauen, die mit Stöckelschuhen und einer Krokotasche um den Arm hängend aus der Ferne zusahen, haben sich zu prächtigen Drachenbootfahrerinnen gewandelt.
Vor 5 Jahren dann konnte der Lippeschreck die erste Regatta in Düsseldorf am Unterbacher See gewinnen. Ein tolles Gefühl, der erste Sieg. Dafür haben sich die Trainingseinheiten doch gelohnt!
Im Jahr 2005 hat sich der Lippeschreck ein eigenes Boot zugelegt und trainiert nun auf dem Auesee in Wesel als Dauergast beim Weseler Kanuclub.
Regatten hat der Lippeschreck inzwischen einige gewonnen, vordere Platzierungen wurden fast immer eingefahren. Teamcaptain ist seit einigen Jahren nun Dirk Ingenabel. Er sorgt für den Zusammenhalt
und das Organisatorische der Gruppe. Und dann ist da noch Sabine Dauber, von Beginn an dabei und hat immer Zeit für den Sport. Seit 2007 beim DKV mit dem Trainerschein C ausgestattet, gestaltet
Sabine seitdem das Training des Lippeschrecks und wurde „nebenher“ im Boot einer Renngemeinschaft Ü40 Weltmeisterin, im Mixboot sowie im Frauenboot.
Die Lagerfeuer aus den Anfängen des Drachenbootsports in unserer Region brennen nicht mehr, die Gesänge sind fast verstummt. Das Bier ist den Fruchtsäften und isotonischen Getränken gewichen, es wird
klasse Sport geboten. So hat sich die Regatta in Friedrichsfeld zu einer der größten Sportveranstaltungen am unteren Niederrhein entwickelt. 2007 hat der Lippeschreck diese Regatta nach 10 Jahren
endlich einmal gewonnen.
Diesen Text hat unser Gründungsmitglied Hans Boer verfasst.
